Heute war wirklich ein unrealistisch schöner Tag, Ronjas bisheriger Lieblingstag. Wir waren am Meer, wir haben den Sand an den Füßen gespürt und die höchste Sanddüne Europas erklommen – die „Dune du Pilat“.

Der Weg ist das Ziel
Nachdem wir uns anfangs dank des Navis verfahren hatten und 45 Minuten vom Ziel in einem Dorf standen, in dem es auch noch regnete, war das natürlich erst einmal doof. Dort haben wir uns dann doch wieder aufgerafft, unser wandelndes Französischwörterbuch Ronja vorgeschickt, jemanden gefragt, wo wir hin müssen und sind weiter gefahren.
Als wir auf dem Weg Tanken waren, haben wir noch einen Tramper kennengelernt, der in die Richtung Bordeaux fahren wollte und eine Mitfahrgelegenheit gefunden haben. Wir hätten ihn total gerne mitgenommen, doch in unserem Bulli sind nur drei Sitzplätze und wir wissen nicht, wie eng die französische Polizei so etwas sieht, also fuhren wir allein weiter.
So näher wir ans Wasser kamen, desto weiter ließen wir die Regenwolke hinter uns und spürten den warmen Sonnenschein.
Die Straßen, die zu dem Naturschutzgebiet führten, in dem die Sanddüne liegt, waren wunderschön und am Rand standen wunderschöne, hohe Bäume.

Der Park
An dem Park kann man für 1-2€ parken, günstiger hatten wir das bis jetzt nirgends. Auf dem Weg zur Düne haben wir im Souvenirshop noch einen Aufkleber für den Bulli gekauft und plötzlich türmte sich vor uns ein riesiger Berg aus Sand auf.

Die Düne
Ich habe schon viel gesehen, wirklich, doch sowas habe ich echt noch nie erlebt. Diese Düne ist so unbeschreiblich hoch, super anstrengend zu erklimmen (lauft mal einen total steilen Sandberg hoch und rutscht immer wieder hinunter, weil der Sand so trocken und rutschig ist 😀 ), aber gleichzeitig auch so wunderschön. Wenn ihr oben steht, seht ihr das blaue Meer und eine riesige Fläche von Wald. Außerdem fegt dort oben der Wind schon sehr stark, ich habe mir echt eine Mütze gewünscht, weil meine Ohren schon ziemlich weh taten (Kommentar von Ronja: „Die Düne ist wie die Mauer aus Eis von Game of Thrones!“). Trotzdem bereue ich keine Sekunde, die ich dort verbracht habe. Die Natur ist so toll, so unbeschreiblich schön.
Wir sind dann die Düne hinuntergelaufen und ans Wasser gegangen. Das war echt kalt, aber dieser Geruch von Meerwasser, das Rauschen des Meeres und der Wind vermitteln einfach ein Gefühl von Freiheit.

Der Weg zurück
Wir sind dann unten am Strand in die Richtung der Felsen gelaufen, haben dort noch einige Fotos gemacht und sind dann eine lange und super schöne Holztreppe hoch gelaufen. Oben angekommen, standen wir in einer richtig krassen Villengegend. 5 Sterne Apartments und Ferienhäuser der Reichen reihen sich dort aneinander. Läuft man die Straße hoch, kann man den richtigen Weg zurück zum Parkplatz finden. Tut man das nicht, nutzt man Google Maps :p .
Es sind 25 Minuten Fußweg, 2 km ungefähr, aber bei so einer schönen Umgebung aus Bäumen und schönen Häusern, durch die man da läuft, geht die Zeit schnell rum.

The journey goes on
Nun sitzen wir gerade im Auto, Anne fährt momentan, wir haben noch so 4 einhalb Stunden bis zum Ort, den wir morgen besichtigen möchten, werden also noch ca. 3 einhalb Stunden fahren und uns dann eine Raststätte zum Schlafen suchen. Mittlerweile haben wir es voll raus, die richtigen Raststätten zu finden, uns im Bulli so zu organisieren, dass wir die meisten Dinge schnell finden, uns nachts so einzukuscheln, dass es nicht zu kalt wird und unseren Tag so zu strukturieren, dass wir viel sehen, aber nicht zu gehetzt sind. Wir haben schon festgestellt, dass wir nicht mehr nach der Uhr leben, sondern uns zum größten Teil nach der Sonne richten („Es ist noch hell, lass uns mal eben anhalten, dann können wir draußen zu Abend essen.“ / „Es ist schon echt hell, die Wolken verschwinden, lass uns aufstehen und dann los.“). Irgendwie ist alles viel entspannter, wenn man nicht für jeden direkt erreichbar ist und einfach mal runter kommen kann. Ich bin ja sonst so ein handysüchtiger Mensch – mittlerweile geht das total. Ich gucke nicht mehr alle 2 Minuten nach, ob mir jemand geschrieben hat, weil ich mich seelisch damit abgefunden habe, dass ich nicht überall erreichbar sein kann. Ich bin glücklich :).