Hey liebe Leute, mal wieder ein Update von mir 🙂
Die ersten drei Tage waren fast wie in einem Traum. Die letzten beiden Tage wurde ich ein wenig auf den Boden der Tatsachen zurĂĽckgeholt.
Der Tagesablauf ist im Moment so:
8.30 Uhr FrĂĽhstĂĽck
10.00 Uhr Arbeitsbeginn (aktuell bin ich im Housekeeping)
13.30 Uhr Mittagessen
Freetime

Nun denkt ihr euch wahrscheinlich, dass das doch echt chillig ist und ja, irgendwie ist es das auch. Allerdings haben wir aktuell eine Art “Chef” während des Arbeitens, der wirklich schwierig ist. Er ist nicht mal wirklich unser Chef, er soll nur darauf achten, dass wir unsere Arbeit tun. Joey, ein super netter Mann, ist fĂĽr uns Workawayer eigentlich zuständig. James, unseren “Aufpasser”, könnt ihr euch so vorstellen:
Schwarz, 1,85m groĂź, normale Figur, trägt immer (IMMER IMMER IMMER, sogar nachts) eine Sonnenbrille (ich habe ihn noch nie ohne gesehen), trägt immer (IMMER IMMER IMMER) eine schwarze Kappe, trägt immer ein Tshirt und eine lange Jogginghose, ĂĽber die er eine Knielange Sporthose zieht. Ja, das sieht schon ziemlich gewöhnungsbedĂĽrftig aus, aber er fĂĽhlt sich damit scheinbar gut. However, ich beurteile ja niemanden nach dem Aussehen, wenn der Umgang mit uns nicht genau so doof wäre. Unsere Aufgaben sind: Wischen, Saugen, liegen gebliebene Teller waschen, die KĂĽchen sauber machen, Betten machen, MĂĽll rausbringen, Badezimmer sauber machen. Also einfach das, was in einem Guesthouse so anfällt. Wir tun alle unser Bestes, arbeiten gut und geben uns MĂĽhe. Das Ergebnis ist immer gut. James kritisiert dabei einfach alles, was wir tun, lässt uns Räume dreifach sauber machen, obwohl man dort schon vom Boden essen könnte etc. und wir beschweren uns nicht darĂĽber, sondern tun es einfach. Heute habe ich den Boden im Eingangs- und Wohnzimmerbereich eines Hauses schon zum vierten Mal gewischt, weil jedes Mal, wenn er frisch gewischt war, Leute dadurch liefen und es wieder dreckig gemacht haben. Ich habe nett darum gebeten, dass nun alle Leute fĂĽr 10 Minuten drauĂźen bleiben und nicht ĂĽber den Boden laufen – meiner Meinung nach vollkommen verständlich. Daraufhin sagte James mir, dass sie aktuell zu viele Workawayer haben und sowieso 3-4 suchen, die nach Hause fahren oder ihr Bett zahlen und keine Workawayer mehr sind und dass ich doch eine dieser Optionen wählen soll, weil ich “big problems” verursachen wĂĽrde. Ich war geschockt! Ich habe nichts falsch gemacht, immer hart gearbeitet, immer alles perfekt machen wollen und bloĂź die Leute darum gebeten, den Boden trocknen zu lassen – das in einem netten Ton. Alle haben mich geschockt angesehen und haben nicht verstanden, was er meint. Es wurde total still, keiner sagte etwas. Als wir auf dem Zimmer waren, begann ich zu weinen, weil ich nicht wusste, damit umzugehen. Die brasilianischen Jungs, mit denen ich mich hier angefreundet habe, sowie die Französin und die Japanerin beruhigten mich und sagten mir, dass er schon immer so gewesen sei und jeden so angreifen wĂĽrde. Ich solle mir das nicht zu Herzen nehmen. AuĂźerdem hat er wohl nicht die Autorität irgendwen nach Hause zu schicken oder von der Arbeit auszuschlieĂźen, das wäre Joeys Aufgabe und dieser hat mir gestern noch gesagt, dass ich eine tolle Workawayerin bin, weil ich ungefragt, ĂĽberall einfach mithelfe. Ich sehe, wo es etwas zu tun gibt und helfe einfach, dafĂĽr wurde ich gelobt. Auch dafĂĽr, dass ich mich total schnell integriert habe und mit allen kommuniziere. Joey mag mich also. Trotzdem fĂĽhlt es sich doof an, das mit James. Mir wurde gesagt, ich solle ihn ignorieren und einfach ĂĽber ihn lachen, so tun die anderen es auch.
Wie auch immer: Ich werde hier eine tolle Zeit haben und mir das nicht von einem Typen vermiesen lassen, der meint, er wäre der Boss, obwohl er es nicht ist. Die letzten Tage waren toll, morgen soll wieder gutes Wetter sein und am Sonntag geht es nach Malibu und zum Griffith Obversatory. Have a good day! <3